Sonntag, 26. September 2010

Endlich: Neue Parkplätze in der Franz Kruckenberg-Straße

Am 22.09.10 wurden nach langen Verhandlungen mit der Stadt und vielen Abstimmungen mit Anwohnern nun endlich Parkplätze in der FKS (Franz-Kruckenberg-Str.) zur Verkehrsberuhigung markiert. Dies hat trotz vieler Informationsabende sicher dennoch den ein oder anderen überrascht. Daher hier ein paar Hintergrundinformationen:

Die Ausgangsituation:
Das Quartier am Turm wurde und wird als kinderfreundliches und autofreies Quartier beworben und ist als solches geplant. Die Realität ist allerdings von diesen Ansprüchen und Zielen noch weit entfernt. Autos parken jeden freien Fleck zu, auf Gehwegen, in Kurven von Kreuzungen und verkehrsberuhigten Bereichen. Hierdurch ist von der Autofreiheit nichts mehr übrig. Gleichzeitig stehen vorhandene Tiefgaragenplätze leer. Schlimmer noch ist die daraus resultierene Situation für die Kinder. Diesen werden Spielbereiche genommen und das Überqueren der Straße (z.B. FKS in Höhe des Wasserspielplatzes) wird an vielen Stellen zum unübersehbaren Risiko. Darüber hinaus wird an vielen Stellen viel zu schnell gefahren, was auch durch die bauliche Gestaltung der Straßen bedingt ist. Eine Situation, die für sehr viele Anwohner seit Jahren unerträglich ist.

Der Lösungsweg:
Die Verkehrs AG verhandelt daher nunmehr seit 3 Jahren mit der Stadt Heidelberg, um Lösungen zu finden. In kleinen Schritten geht es auch voran (siehe andere Blogs). Die Stadt Heidelberg sieht zwar die bei der Planung der Straßen gemachten Fehler ein, ist aber momentan nicht bereit nennenswerte Geldbeträge in eine Veränderung zu investieren. Daher bleiben zur Zeit nur Lösungen die billig sind und die sich ohne nennenswerten Kontrollaufwand, sozusagen "von selbst", durchsetzen.

Die Anwohnerbeteiligung: 
Um die Interessen möglichst vieler Anwohner mit einzubeziehen, hatten wir per Postwurfsendung zur öffentlichen Mitgliederversammlung am 21.06.10 alle Anwohner eingeladen. Dort haben wir alle Pläne ausführlich vorgestellt und per Fragebogen um Meinungsäußerung gebeten. Davon haben 53 Anwohner gebrauch gemacht. Der Fragebogen, sowie dessen Auswertung sind am Ende des Blogs eingestellt. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen eindeutig die Prioritäten der Anwohner bezüglich der Verkehrsituation. Für etwa 90 % der Anwohner steht an erster Stelle die Entschleunigung, kurz dahinter kommen die freien Gehwege. Weit abgeschlagen liegt der Bedarf für Parkplätze (unter 10 %). Auch eine Auswertung nach Anwohnern der Straßen ändert an diesem Ergebnis nichts. Die Meinungen zur Situation in der RHS sind unheinheitlich. Eine Mehrheit findet sich für die Sperrung der FKS und der RHS wobei hier auch einige sehr dagegen sind. Bezüglich der Querung des Carl Drais Weges am Spielplatz ist eine eindeutige Mehrheit für eine Einschränkung bei den Fahrradfahrern bzw. einen reinen Fußweg.

Dieses Votum wurde von der Verkehrs AG sowie allen interessierten Anwohnern in den weiteren Gesprächen mit der Stadt so vertreten.

Das Ergebnis:
Für die FKS ergab sich als einzige Lösung das versetzte Parken. Die Sperrung der FKS oder der RHS konnte nicht durchgesetzt werden. Auch unser Vorschlag am Carl Drais Weg fand leider keine Umsetzung. Das Ergebnis dieser Abstimmungsprozesse wurde bei der letzten Sitzung der Verkehrs AG nochmals intensiv mit ca. 40 Anwohnern diskutiert und ist/wird nun umgesetzt. Zunächst ist dies nach Jahren des ungeahndeten Falschparkens für viele sicher gewöhnungsbedürftig, aber es zeigt genau die von der Mehrheit der Anwohner gewünschte Wirkung. Nämlich Entschleunigung, mehr Platz auf Gewegen und mehr Sicherheit für unsere Kinder.

Die Hoffnung:
Wir hoffen, dass in Kürze alle die Vorteile der neuen Regelung erkennen und diese im Interesse unserer Kinder sowie auch allen anderen schwächeren Verkehrsteilnehmern berücksichtigen. Nach Aussagen von E+K sind noch eine Menge Tiefgaragenstellplätze frei, ganz abgesehen von denen, die verkauft aber häufig ungenutzt sind. Außerdem bietet die Konrad-Zuse-Str. in nächster Nähe ca. 120 freie Parkplätze, die noch nie voll belegt waren.

Die Verkehrs AG.



Fragebogen













Auswertung:

Kommentare:

  1. Der mehrheitliche Wunsch nach "Entschleunigung" bedingt nicht zwingend die Umsetzung eines Slalomkurses (erhöhtes Unfallrisiko, fast unmögliche Feuerwehrzufahrt, ...). Von "autofrei" höre ich hier auch das erste Mal, ist bei ca. 2 Fahrzeugen pro Familie ja auch unrealistisch. Der FKS Bereich "Spielstraße" wird egal mit welcher spaßigen Beparkungslösung nicht zum Spielplatz - die Atmosphäre zwischen steilen Hauswänden hat bisher kein mir bekanntes Kind zum spielen animiert. Das aktuelle Experiment ist auf jeden Fall nicht besser als die Situation vorher, daher erst mal stop, zurück, und Experten befragen. Eine entsprechende Initiative via ADAC wurde von mehreren Nachbarn angeregt und hat meine Unterstützung.
    H. Nehring, RHS 56

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  2. Hallo Herr Nehring, sie haben recht, dass die Entschleungigung natürlich auch durch andere Maßnahmen erreicht hätte werden können. Leider war die Stadt Heidelberg dazu nicht bereit. Auch eine schönere Lösung für den verkehrsbruhigten Bereich scheitert an den finanziellen Mitteln der Stadt. Wir geben natürlich nicht auf und werden weiter auf Verbesserungen drängen. Ihre Bedenken bezüglich der Unfallgefahr und der Feuerwehrzufahrt wurden von den Experten der Stadt geprüft und sind unbegründet. Auch hatten wir den ACE und ADAC bereits befragt. Sollten sich hier neue umsetzbare Möglichkeiten ergeben, sind wir diesen gegenüber in der Verkehrs AG natürlich aufgeschlossen. Die jetzige Lösung ist unter Einbeziehung von Experten nach vielen Abwägungen des zur Zeit Umsetzbaren entstanden. Es gibt daher überhaupt keine Veranlassung das Verkehrschaos der letzten Jahre wieder einzuführen. V. Gaukel

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  3. Hallo Herr Gaukel, ich würde die vorherige Situation nicht als größeres Chaos als die jetzige darstellen. Gleich in den ersten Tagen wurden zwei Fahrzeuge erheblich beschädigt. Kinder, die gelernt haben am Straßenrand rechts und links nach Autos Ausschau zu halten können "Slalomfahrer" hinter dem nächsten, versetzt parkenden Fahrzeug nicht mehr wahrnehmen. Engegenkommende Fahrzeuge suchen hilflos nach Ausweichmöglicheiten. Das klingt alles nicht nach Verbesserung. Haben wir denn harte Fakten, wie schnell wirklich gefahren wurde? Ich denke dass eine ordentliche und ausreichende Parkmarkierung am Straßenrand, nicht mitten auf der Fahrbahn, mit entsprechenden Hinweisschildern, das Problem am besten löst.
    H. Nehring

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  4. Hallo
    für das Engagement und die bisher erreichten Verbesserungen möchte ich mich bei der Verkehrs AG bedanken. Ich begleite gerade eine Erstklässlerin morgens zur IGH und durchquere dabei die komplette FKS. Die Entschleunigung macht sich durch das versetzte Parken unmittelbar bemerkbar, die Autos fahren um ein vielfaches langsamer. Ebenso ist die Überquerung der Straßen aufgrund der Parklücken ungefährlicher geworden. Die Autofahrer können Kinder am Straßenrand nun schon von weitem erkennen.
    Ebenso freuen wir uns über die freien Gehwege. Für Kinder ist endlich das Radfahren auf dem Gehweg möglich und es ist schön in der Gruppe zu Laufen ohne dass man sich an auf Gehweg parkenden Autos vorbeischlängeln muss.
    Viele Grüße aus dem Eichendorff-Forum
    (Anm: Mail eines Anwohners aus dem Eichendorff-Forum, veröffentlicht vom Quartiersverein)

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  5. Hallo Herr Nehring,
    wir haben die "Für und Wider" in der Verkehrs AG in x -Sitzungen mit insgesamt mind. 20 Personen besprochen und sind zu einem anderen Bild gekommen. Selbstverständlich werden wir auch die neue Situation genau beobachten. Kommen sie doch mal zu einer unserer nächsten Sitzungen, dann können sie über Ihre Erfahrungen berichten. Der nächste Termin ist der 13.10.10, 20:00 Uhr im TaT. Weitere werden auf der Homepage angekündigt. Viele Grüße V. Gaukel

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  6. Hallo,

    ich sehe in der derzeitigen Lage ebenfalls ein viel größeres Chaos. Durch die viel weniger vorhandenen Parkplätze und die sinnfreie Einbahnstraßenregelung braucht man nun abends nach der Arbeit viel länger einen Parkplatz zu finden(da fährt man schonmal 20 Minuten durchs Quartier). Dies ist nur eine unnötige Umwelt- sowie Lärmbelästigung und hat mit "familienfreundlich" nichts mehr zu tun. Hier werden arbeitende Leute, die auf ihr Auto angewiesen sind einfach nur benachteiligt. Und "autofrei" höre ich auch zum ersten Mal (sonst wären wir sicher nicht hier her gezogen). Außerdem ist dies bei Familien (die in der Regel sowieso 2 Autos besitzen) mehr als utopisch.

    Ich sehe in dem "Quartiersverein" viel mehr eine kleine Gruppe von Anwohnern, die versucht ihre Interessen den anderen Anwohnern aufzudrängen. Bei einer Gegeninitiative mache ich gerne mit.
    MFG
    IS

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  7. Die jetzige Lösung in der FKS ist für mich keine gute Lösung. Die Straße ist durch die kreuz und quer parkenden Autos viel unübersichtlicher als vorher, Kinder hinter den Autos kaum und durch den schmalen Fahrstreifen erst viel später zu erkennen. Das mag bei einsichtigeren Verkehrsteilnehmern zur Entschleunigung beitragen aber sicherlich nicht zu einer geringeren Gefährdung in Summe. Viele Autofahrer fahren auch nicht unbedingt langsamer sondern konzentrieren sich nur mehr auf das Umfahren der Hindernisse und weniger auf das Umfeld.

    Eine Lösung mit 3-4 Sektionen mit je 3 Parkplätzen pro Straßenseite und etwas breiterem Fahrstreifen in der Mitte wäre meiner Meinung nach übersichtlicher, sicherer und parkfreundlicher.

    Seit der Umgestaltung der FKS ist übrigends die GMS komplett zugeparkt, inklusive der Hauseingänge auf der nördl. Strassenseite. Meines Wissens gibt es auch hier ein MArkierungskonzept, warum wurde dies nicht umgesetzt?

    Übrigends ... das Quartier am Turm als ganzes wurde niemals als autofrei konzipiert! Der von E+K verwendete Begriff "autofreie Quartiere" (http://www.quartier-am-turm.de/architektur-nachbarschaft.html) bezieht sich auf die einzelnen Baufelder, welche in der Tat komplett autofrei sind (und auch bleiben sollen).

    MfG,
    Tim Ibe.

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  8. Hallo,

    ich kann mich auf jeden Fall der Meinung meines Vorredners (H. Nehring, RHS 56) nur anschließen. Ich wundere mich auch, dass die Stadt Heidelberg die Aufteilung der Parkplätze in der Weise genehmigt hat. Selbst mit kleineren PKW`s ist die Slalomfahrt sehr schwierig und sogar, wegen der schlechten Übersicht, noch gefährlicher!

    MFG
    R.B.

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  9. Hallo!

    Es kann und darf nicht sein, dass ein paar Leute aus einem selbstgegründeten Verein im Alleingang Entscheidungen treffen, welche das gesamte Wohnviertel angehen!; dies unabhängig davon, ob eine "Mehrheit" in den Vereinssitzungen erzielt wird, oder nicht.
    Als Anwohner im QaT ist man zudem nicht verpflichtet an Vereinsitzungen und Abstimmungen des QaT-Vereins teilzunehmen. Und übrigens, der Verein ist keine politische Institution.
    MFG
    R.B.

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  10. Ich finde die jetzige Lösung in der FKS gut. Endlich wurde das seit 5 Jahren bestehende Chaos, im Sinne der Verkehrssicherheit für Kinder und auch der anderen Bewohner des Quartiers, unter Berücksichtigung der Parkbedürfnisse geregelt. Durch die ganz auf der Straße parkenden Autos, kann längst nicht mehr so schnell gefahren werden, die Aufmerksamkeit der Autofahrer ist erhöht. Parkplätze sind ausreichend vorhanden, denn nun werden auch die Parkplätze in den Tiefgaragen und entlang der Konrad-Zuse-Straße genutzt (diese sind übrigens 5 Gehminuten entfernt und 20 Minuten Parkplatzsuche kann man sich dort leicht ersparen). Die Anwohner finden Halteplätze vor Ihrer Haustür zum Be- und Entladen, die Gehwege sind endlich frei. Also wie gesagt, ich finde die Regelung wirklich gut, vielleicht nicht perfekt aber bedeutend besser als zuvor. Vielleicht könnte man durch eine andere Einteilung noch den ein oder anderen Parkplatz gewinnen. Ich würde mir wünschen, dass auch für die GMS endliche eine entsprechende Lösung gefunden wird, denn dort hat sich das ohnehin bestehende Chaos nun noch vergrößert.
    MfG
    Peter Brück

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  11. Hallo inkognito71,
    es ist uns nicht verständlich, woher sie die Informationen für Ihre Aussagen erhalten haben. Es ist bei weitem nicht so, dass der Verein hier irgendwelche wirren Wünsche an die Stadt herangetragen hat, die diese dann schnurstraks umgesetzt hat. Vielmehr wurden in sich über Jahre hinziehenden Gesprächen praktisch alle Vorschläge des Vereins zur Herstellung einer einigermaßen sicheren Verkehrsgestaltung (Errichtung von Beeten, Blumenkübel, Poller, Fahrbahnerhöhungen, Fahrbahnbemalungen, Sperrungen, Geschwindigkeitskontrollen...) von der Stadt abgelehnt bzw. nicht umgesetzt. Dass überhaupt etwas verändert wurde, geschah auf Drängen des Vereins, um eine Entschleunigung zu erreichen und die Verkehrssicherheit für die Kinder zu erhöhen (so setzten wir uns z.B. auch für einen Zebrastreifen für die Querung der Heinrich Fuchs Str in Höhe der Franz-Kruckenbergstr ein). Ein Anliegen, dass sehr viele Anwohner an uns herangetragen haben. Der aktuelle Zustand ist eine Entscheidung der Stadt, bei der sie uns um Unterstützung gebeten hat. Die Stadt Heidelberg hat die besprochenen Änderungen bisher allerdings nur zum Teil umgesetzt. So fehlt an der Kreuzung von FKS und Helweg ein Poller o.ä., der verhindert, dass an der Westseite sehr gefährlich an den Hauswänden entlang gefahren werden kann - was bereits mittlerweile mehrfach geschehn ist. Auch für die Georg-Mechtersheimer-Str. sollten Parkplätze markiert werden, was bis heute leider nicht durchgeführt wurde. Es gibt übrigens von der Stadt Leitlinien für eine Kinderfreundliche Verkehrsplanung: http://www.heidelberg.de/servlet/PB/show/1180249/51_pdf_Kinderfr_VerkehrsplanungLeitlinien.pdf, die auch vom Gemeinderat getragen werden und in denen eine solche Lösung (wie jetzt in der FKS) auch vorgesehen ist. Nach unseren Informationen plant die Stadt Heidelberg für Mitte Dezember eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema hier im Quartier. Wir sollten also als Anwohner die Zeit bis dahin nutzen, die jetztige Lösung ausprobieren, um dann unsere Erfahrungen der Stadt Heidelberg mitteilen.
    Mit freundlichen Grüßen
    V.G.

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  12. Aus meiner Sicht hat die gegenwärtige Regelung eine deutliche Verbesserung gebracht.

    Es wird wesentlich langsamer gefahren - und das ist schon mal ein großer Gewinn an Sicherheit, vor allem für Kinder. Wegen der besseren Übersicht fühle ich auch mich als Passant sicherer als vorher. Allerdings muss das Direkt-an-der-Mauer-entlang-Fahren noch unterbunden werden. Das „Slalomfahren“ wird die Straße für den Durchgangsverkehr weniger attraktiv machen und so über kurz oder lang den Verkehr weiter reduzieren.

    Weniger Blech zwischen den historischen Fassaden empfinde ich als angenehm und als Zuwachs an Wohnqualität im Quartier. Eine „Spielstraße“ ist nun mal kein Parkplatz.

    Wenn wirklich „viele Familien zwei Autos besitzen“ , dann könnte auch beim alten Zustand nicht jeder Anwohner direkt vor seiner Haustür parken. Warum also die Aufregung? Die bestehende Regelung soll ja noch optimiert werden. Dabei können durchaus noch einige Parkplätze „herausspringen“. Für mich ist das akzeptabel, wenn das vorrangige Ziel der Entschleunigung/Sicherheit nicht beeinträchtigt wird! Letztlich geht es doch um eine Güter-Abwägung „Parkplätze (also: Bequemlichkeit)“ vs. „Sicherheit für Kinder“. Diese sollte in einem Quartier wie dem unseren, in dem so viele Familien mit Kindern leben, eigentlich nicht schwer fallen.

    Zu dem Argument, „autofrei“ beziehe sich nicht auf das ganze Quartier, sondern nur auf die einzelnen Baufelder: Stimmt. Auf den Fußwegen zu den einzelnen Häusern dürfen und sollen keine Autos fahren ;-) Aber im Ernst: Es geht doch nicht um völlige „Auto-Freiheit“ , sondern um die Reduzierung in den Verkehrsberuhigten Bereichen („Spielstraßen“). Auch die sind nicht gänzliche auto-frei , aber sie sollen „Aufenthaltscharakter“ haben, also gefahrloses Spielen und Flanieren erlauben. Vorgeschrieben ist Schritt-Geschwindigkeit, d. h. maximal 7 km/h! Auf jeden Fall sind sie KEINE DURCHFAHRTSTRASSEN. Und sie sind KEIN PARKPLATZ. Alles gesetzlich geregelt (VV zur StVO).

    Die provisorisch markierten Parkplätze sind somit nur ein ärmlicher und unzureichender Ersatz für die Blumenbeete, Bäume, Sitzgelegenheiten usw. die eigentlich notwendig wären, sogar vorgeschrieben sind, von der Stadt Heidelberg aber aus Kostengründen verweigert werden.

    Der gegenwärtige Zustand ist für mich ein Kompromiss, der den Wünschen der Autofahrer schon sehr weit entgegenkommt . Und ich bin nicht der Einzige, der so denkt.

    Peter Krauss
    Rudolf-Hell-Straße 27

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  13. dass ich als Anwohner der FKS seit der Änderung jeden Tag feststelle, dass fast alle Autos merklich langsamer fahren (müssen). Wenn statt der Autos Pflanzentröge oder ähnliches stünden, wäre es auch noch optisch ok.
    Leider haben wir auch hier wieder ein Beispiel, wo sich manche Mitglieder einer Gemeinschaft nicht an die bestehenden Spielregeln halten (z.B. Schnellfahren und Falschparken) und dann statt Kontrolle und Bestrafung der Spielverderber wieder komplizierte Lösungen gefunden werden, über die wieder gestritten wird.

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  14. Zur Versachlichung der Diskussion können vielleicht die Ergebnisse einer Befragung ( im Rahmen einer Diplomarbeit*) beitragen.

    Zur Verkehrsproblematik im Quartier findet man dort folgende Aussagen:

    „Trotz der vorhandenen Tiefgarage und öffentlichen Stellplätze im Norden und Westen des Quartiers bestehen Probleme bezüglich des Parkens. Großzügig gestaltete ...Straßenflächen, die eigentlich zum Spielen für die Kinder vorgesehen waren, laden dazu ein zu parken, außerdem dort auch zu schnell zu fahren.“

    „Engere, verschwenkte Strassen würden Durchgangsverkehr, zu schnelles Fahren und das beidseitige Zuparken der Strassen verhindern“.

    „Zeitnah und als kurzfristige Maßnahme könnten vermehrte Kontrollen und Sanktionen gegenüber Falschparkern und zu schnell Fahrenden durchgeführt werden.“

    „Kostenintensiv, aber dauerhaft wäre eine Umgestaltung des Strassenbildes. Zum Beispiel könnten Poller eingefügt, Bäume oder Kübel zur Verschwenkung der Fahrbahn aufgestellt oder die Fahrbahn durch optisch passende Pfosten eingeengt werden.“

    „ Da mit der Tiefgarage und den Stellplätzen entlang der Georg-Mechtersheimer-Strasse und der Konrad-Zuse-Strasse theoretisch genügend Parkraum vorhanden sein sollte, sollte die derzeitige Parksituation ein Problem sein, das zu lösen ist. Die Spielstrassen könnten so wieder ihrem eigentlichen Zweck zugeführt werden und die Kinder hätten mehr Fläche zum Spielen.“

    Sind die Ergebnisse repräsentativ?

    „Der Rücklauf der hier durchgeführten Befragung ist mit 68,2% sehr hoch. Da weit mehr als die Hälfte der Befragten geantwortet haben, kann davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse die Tendenzen der Grundgesamtheit des Befragungsgebietes
    widerspiegeln.“(S. 56)

    „72,4% der befragten Bewohner fühlt sich in seinem Wohnen durch mindestens einen äußeren Faktor gestört. Auf den obersten Plätzen liegen, wie eben genannt, die Dichte
    und die Verkehrssituation. Störend dabei werden die Parksituation, vor allem das Zuparken der Spielstrassen mit fehlender Kontrolle durch die Stadt, der rücksichtslose,zu schnelle und der LKW-Verkehr genannt.“ (S. 79)

    ________________________________________________________________**Simona Singh: Die Stadt als Wohnstandort für junge Familien, dargetellt am Beispiel des „Quartiers am Turm“ in Heidelberg. Diplomarbeit am Geographischen Institut der Universität Heidelberg, Juni 2010.

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  15. Noch ein Vorschlag zur Verbesserung der Parksituation. Ein Problem ist sicherlich dass viele Auswärtige, das sind Mitarbeiter der anliegenden Firmen, die Studenten der Business School und Besucher des Bethaniens die Parkplätze der Anwohner wegschnappen.

    Ärgerlich ist das vor allem weil Anwohner für viel Geld eine TG Platz erworben haben, während andere auf der Straße kostenlos parken.

    Daher ist mein Vorschlag die vorhandenen Parkflächen zu bewirtschaften. Wer unbedingt vor dem Haus parken will, der bezahlt dafür so wie andere für den TG Platz zahlen. Dadurch hat er aber den selben Vorteil. Der Platz ist immer frei.

    In anderen Stadtteilen werden diese Probleme ebenfalls durch reservierte Parkplätze oder Anwohnerparkausweise gelöst.

    Dadurch sollte sich doch die Parksituation unter Beibehaltung der jetzigen Regelung verbessern lassen.

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  16. Guten Tag,

    ich finde die neue Parksituation äußerst ungünstig! "Bumper" auf der Straße würden dem Zweck mehr Sicherheit durch langsameres Fahren wohl deutlich mehr diesen, als ein Slalomkurs (der bereits in der 1. Woche zu einem Unfall führte).

    Was mich nun aber besonders aufregt ist, dass ich gestern einen Mann gesehen habe, der ein falsch parkendes Auto (schwarzer BMW) in der FKS fotografiert hat, als ich ihn ansprechen wollte ist er ganz schnell davon gerauscht. Abends als ich wieder heimkam klebte auf dem falsch geparktem Auto ein Aufkleber auf der Windschutzscheibe, auf dem sinngemäß stand man sollte Platz lassen für Kinder, Rollstuhlfahrer und Kinderwagen. Abgesehen davon, dass drei Rollstuhlfahrer nebeneinander an diesem Auto vorbei gekommen wären, grenzt so etwas schon an Sachbeschädigung. Der Mann hat ganz klar falsch geparkt, aber wenn hier jetzt schon Anwohner mit Kamera und Aufklebern bewaffnet durch das Viertel ziehen um Leute zu denunzieren dann frage ich mich warum ich eigentlich nicht gleich nach Nordkorea gezogen bin!
    Das ist kein Nachbarschaftsdienst oder eine gute Tat, das ist Denunzierung und das Allerletzte. Gott sei Dank vermittelt die Tatsache dass er schnell davonlief, mit Mantel und Hut "verkleidet", den Eindruck, dass ihm diese Tat zumindest mal peinlich war.
    Das sollte es auch. Das es so weit kommt und die Atmosphäre hier so vergiftet wird liegt hoffentlich auch nicht im Interesse der Verkehrs AG!

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  17. Zum Beitrag von „Stefanie“:

    Wer dort so parkt, gefährdet Kinder, ältere und behinderte Menschen auf dem Weg zum TaT, zum Wasserspielplatz, zur Bushaltestelle, zum REWE-Markt. Die Situation an dieser Kreuzung wird dann gefährlich, weil unübersichtlich. Der schwarze BMW parkt oft an eben dieser Stelle. Hinweise von Anwohnern wurden bisher ignoriert.

    Diese Gesichtspunkte spielen für Sie offenbar keine Rolle, für mich schon. Der Aufkleber zeigt : ich bin nicht der Einzige, der das gedanken- oder rücksichtslose Parken an dieser Stelle für gefährlich hält. Um diese Gefährdung ging es mir, nicht um das Falschparken an sich.

    „Wenn Sie so parken, gefährden Sie Kinder und behindern Fußgänger“. Diesen Hinweis - mit einem Foto aus der Fußgänger-Perspektive - wollte ich unter den Scheibenwischer klemmen.

    Begriffe wie „Denunziation“ und „Nordkorea“ sind also völlig fehl am Platze. Sie sollten damit sorgfältiger umgehen. Sehen Sie im Duden, bei Wikipedia oder in einem Geschichtsbuch nach, was „denunzieren“ bedeutet. Solche Unterstellungen verbessern auch nicht gerade die „Atmosphäre“ im Quartier - und tragen nichts zur Problemlösung bei.

    Was die „Bumper“ (= Bodenschwellen) angeht , bin ich durchaus Ihrer Meinung. Wenn Sie die Stadt dazu bringen könnten, diese einzubauen, fände ich das sehr gut! Aber auch hierzu gibt es andere Meinungen. Die Verkehrsprobleme im Quartier werden wir nur im Dialog lösen.

    Peter Krauss
    RHS 27

    P.S.: Ich war nicht „verkleidet“ und bin auch nicht „ganz schnell davongerauscht“ - so bin ich halt um diese Jahreszeit unterwegs. Ich habe niemanden bemerkt, der mich ansprechen wollte.

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